Wachstumshormon & Longevity · Blend (Wirkstoff-Mischung)

CJC-1295 / Ipamorelin

CJC-1295 und Ipamorelin sind zwei experimentelle Peptide, die über unterschiedliche Rezeptoren die Ausschüttung von körpereigenem Wachstumshormon in natürlichen Pulsen anregen, ohne die Eigenproduktion zu unterdrücken.

Auf Etiketten, in Preislisten und in der Community auch als: IPA

Redaktion ·Aktualisiert ·2 Quellen ·evidenz-bewertet ·unabhängig & werbefrei

Übliche Anwendung gängige Praxis, nicht belegt

Wie dieses Peptid üblicherweise angewendet wird - beschrieben, nicht empfohlen.

Wie viel
100-300 µg pro Anwendung
Wie oft
1-3-mal täglich
Darreichungsform
Injektion

In Off-Label-Kliniken und Online-Communitys werden CJC-1295 (ohne DAC) und Ipamorelin meist zusammen subkutan (unter die Haut) gespritzt, jeweils 100 bis 300 Mikrogramm pro Gabe, ein bis dreimal täglich. Diese Zahlen stammen aus anekdotischen Berichten und Klinik-Praxis, nicht aus validierten klinischen Studien. Studien zu den Einzelstoffen liegen nur in Mikrogramm-pro-Kilogramm-Angaben vor, die sich ohne Körpergewicht nicht in eine Spritze übersetzen lassen. Wie lange der Stack durchgehend verwendet wird und ob danach eine Pause folgt, ist nicht belegt.

Rechne das auf dein eigenes Vial um

Der Injektions-Rechner sagt dir, wie viele Striche auf der Spritze das bei deiner Vialgröße sind. Der Injektions-Manager führt dein angemischtes Vial und jede gesetzte Dosis mit.

Injektions-Rechner öffnen → Vial im Injektions-Manager mitführen

Stand

Enthaltene Wirkstoffe

Ein Blend ist eine vorgefertigte Mischung mehrerer Einzel-Peptide in einem Fläschchen (Vial) - keine eigenständige Substanz.

Was ist CJC-1295 & Ipamorelin?

CJC-1295 und Ipamorelin sind zwei experimentelle Peptide, die als Kombination (Stack) eingesetzt werden, um als Wachstumshormon-Sekretagoga zu wirken - also als Botenstoffe, die der Hirnanhangdrüse signalisieren, vermehrt körpereigenes Wachstumshormon freizusetzen. Sie regen über zwei völlig unterschiedliche Rezeptoren die Hirnanhangdrüse dazu an, körpereigenes Wachstumshormon (HGH) in natürlichen Pulsen auszuschütten, ohne die körpereigene Produktion abzuschalten.

Eine elementare rechtliche Vorbemerkung vorab: Beide Substanzen stehen auf der Verbotsliste der Anti-Doping-Behörden (WADA) und sind auch im Militär strikt verboten. Sportler und Militärangehörige riskieren durch die Einnahme direkte Sperren und berufliche Konsequenzen.

Zudem gibt es bei CJC-1295 eine kritische Verwechslungsgefahr: Es existieren zwei völlig unterschiedliche Varianten. CJC-1295 mit DAC (Drug Affinity Complex) hat eine extrem lange Halbwertszeit von 6 bis 8 Tagen - der Körper braucht also etwa eine Woche, bis die Hälfte des Wirkstoffs abgebaut ist - und flutet den Körper dauerhaft mit Hormonen. CJC-1295 ohne DAC (Mod GRF 1-29) hat eine kurze Halbwertszeit (nur wenige Minuten) und unterstützt natürliche, kurze Pulse. Käufer sehen oft nur die Bezeichnung CJC-1295 und wissen nicht, welche Variante sie vor sich haben.

Wie wirkt CJC-1295 & Ipamorelin?

Die kombinierte Wirkung beider Peptide beruht auf einem synergetischen Angriff auf zwei verschiedene hormonelle Systeme, wobei CJC-1295 das Ventil für die Hormonausschüttung öffnet und Ipamorelin über den Ghrelin-Rezeptor für einen sofortigen, massiven Schub an natürlichem Wachstumshormon sorgt.

Im Detail dockt CJC-1295 am Rezeptor für das körpereigene GHRH an und führt in placebokontrollierten Studien an gesunden Erwachsenen zu einer in der Literatur berichteten, ca. 7,5-fachen Steigerung der GH-Pulsatilität (also wie oft und wie ausgeprägt das Wachstumshormon in einzelnen Schüben freigesetzt wird), wobei die genaue zugrundeliegende Primärstudie nicht eindeutig identifizierbar ist. Ipamorelin dockt hingegen am Ghrelin-Rezeptor an und löst einen schnellen Peak aus, ohne signifikant Hunger zu stimulieren (im Gegensatz zu anderen Sekretagoga wie GHRP-6). Ein pharmakologisch diskutierter Vorteil dieses Stacks ist, dass CJC-1295 die Synthese der Ghrelin-Rezeptoren erhöhen und so einer Herunterregulierung (Downregulation) durch Ipamorelin entgegenwirken soll - diese spezifische Behauptung ist jedoch in der publizierten Pharmakologie nicht belegt und beruht auf einer Übertragung der Synergie-Ergebnisse aus Tier- und In-vitro-Studien mit GHRP-2 (nicht Ipamorelin) auf diesen Stack.

Wie wirksam ist CJC-1295 & Ipamorelin?

Die klinische Wirksamkeit des spezifischen Stacks ist nur mechanistisch plausibel, da es an publizierten randomisierten kontrollierten Studien am Menschen mangelt. Dennoch konnten einzelne Effekte wie eine signifikante Steigerung der Hormon-Pulsatilität in isolierten placebokontrollierten Tests nachgewiesen werden.

Oft wird von extremen Synergie-Steigerungen (bis zu 54-fach) gesprochen. Diese Zahlen entstammen jedoch In-vitro-/Tierstudien mit CJC-1295 kombiniert mit GHRP-2, nicht mit Ipamorelin. Diese Werte sind für den Menschen in dieser Kombination nicht belegt und verzerren reale Erwartungen.

Auch der häufig geäußerte Glaubenssatz, der Stack sei grundsätzlich 'sicherer als echtes HGH', ist wissenschaftlich nicht untermauert. Zwar ist die pulsatile Ausschüttung physiologischer, es fehlen jedoch jegliche klinische Vergleichsdaten am Menschen, die beweisen, dass die Nebenwirkungen tatsächlich geringer ausfallen. Zu den theoretischen Effekten gehören verbesserte Erholung, erhöhte Knochendichte, kardiovaskuläre Unterstützung, gesteigerte Libido, verbesserte Kognition und Neuroprotektion.

WirkstoffKlasse/MechanismusEffektgrößeStatus
Exogenes HGHDirekte Zufuhr synthetischen WachstumshormonsSehr starke IGF-1 ErhöhungZugelassen (nur bei GH-Mangel)
CJC-1295 & IpamorelinSekretagoga (GHRH + GHS-R1a)7,5-fache GH-Pulsatilität (CJC)Experimentell / Nicht zugelassen
SermorelinSekretagog (nur GHRH-Analogon)Milde GH-ErhöhungZuvor zugelassen (Diagnostik), mittlerweile vom US-Markt genommen

Dosierung: was die Studien zeigen - und der Verlauf

Da es keine zugelassenen medizinischen Indikationen und keine klinischen Goldstandard-Studien für den Stack gibt, beruhen gängige Dosierungsschemata auf anekdotischen Berichten aus Anti-Aging-Kliniken und pharmakologischen Grunddaten, was sie zu einer konservativen Orientierung statt einem validierten medizinischen Protokoll macht.

In Online-Communitys und Off-Label-Kliniken wird meist auf eine Kombination beider Stoffe gesetzt, um die sich ergänzenden Wirkmechanismen zu nutzen. Die Einnahme erfolgt grundsätzlich subkutan (unter die Haut). IGF-1-Werte und hormonelle Rückkopplungen machen eine vorsichtige Annäherung erforderlich, um Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen zu minimieren.

Phase / SubstanzHäufig genutzte DosisZiel / Hinweis
CJC-1295 (ohne DAC)100 - 300 mcg pro Gabe (in Off-Label-Kliniken teils bis 1000 mcg)Kurze Halbwertszeit, ahmt natürliche Pulse nach. 1-3x täglich.
Ipamorelin100 - 300 mcg pro Gabe (in Off-Label-Kliniken teils bis 1000 mcg)Wird zeitgleich gespritzt für sofortige Freisetzung.
CJC-1295 (mit DAC)1 - 2 mg pro WocheHohe Gefahr von Wassereinlagerungen durch Dauer-Spiegel.

Anmischen & Dosis berechnen

Die Peptide werden standardmäßig als lyophilisiertes Pulver in Durchstechflaschen geliefert und müssen vor der subkutanen Injektion mit einem sterilen Lösungsmittel wie bakteriostatischem Wasser rekonstituiert (angemischt) werden. Dabei sind absolut sterile Bedingungen und eine exakte mathematische Berechnung der Konzentration zwingend erforderlich.

Eine typische Durchstechflasche enthält 5 mg Pulver. Wird diese mit 2 ml bakteriostatischem Wasser aufgelöst, enthält jeder Milliliter (1 ml) der Flüssigkeit 2,5 mg des Peptids. Eine Standard Insulinspritze mit 100 Markierungen (Einheiten) fasst 1 ml. Das bedeutet: 10 Markierungen auf der Spritze entsprechen exakt 0,25 mg (250 mcg) des Wirkstoffs.

Nebenwirkungen und häufige Fehler

Die Anwendung geht mit spezifischen pharmakologischen Risiken einher, darunter Gesichtsrötungen nach der Gabe von CJC-1295, Wassereinlagerungen bis hin zu schmerzhaften Karpaltunnel-Symptomen sowie potenziell lebensgefährliche Histaminreaktionen. Diese Nebenwirkungen erfordern eine genaue Beobachtung und das sofortige Beenden der Injektionen bei Warnsignalen.

Ein häufiges und erwartetes Ereignis ist ein Flush (kurzzeitige Gesichtsrötung mit Wärmegefühl), das spezifisch durch CJC-1295 ausgelöst wird und meist nach 30 Minuten abklingt. Gefährlicher sind Wasserretentionen (oft bei der DAC-Variante), die auf den Medianus-Nerv drücken und Taubheitsgefühle verursachen, sowie schwere allergische Schock-Symptome. Im Kontext der Sicherheit muss zudem erwähnt werden, dass die Entwicklung von CJC-1295 DAC nach dem Tod eines Studienteilnehmers während einer Phase-II-Studie (mutmaßlich kardiovaskuläres Ereignis) gestoppt wurde; genaue Umstände und Kausalität sind in der Literatur nicht abschließend dokumentiert.

  • Verwechslung von DAC und non-DAC: Ein fataler Fehler, da die DAC-Variante tagelang im Körper verbleibt und das Nebenwirkungsrisiko massiv erhöht.
  • Ignorieren von Quaddeln (Wheals): Wenn die Einstichstelle anschwillt und bei jedem Stich schlimmer wird, muss sofort gestoppt werden (Lebensgefahr durch Histaminsturm).
  • Falsche Injektion: Versehentliche intravenöse (in die Vene) statt subkutane Gabe erhöht das Risiko für akute Notfallreaktionen enorm.
  • Dehydration: Kopfschmerzen in den ersten Wochen sind oft auf einen Mangel an Flüssigkeit zurückzuführen.

Zulassung und rechtlicher Status

Weder CJC-1295 noch Ipamorelin sind in der EU oder den USA für medizinische Anwendungen beim Menschen zugelassen und gelten offiziell als experimentelle Forschungschemikalien. Gleichzeitig steht ihre Nutzung auf der Verbotsliste der Anti-Doping-Behörden und führt im Sport zu direkten Sperren.

In den USA verweigerte die FDA die Aufnahme beider Substanzen in die 503A-Bulk-Substances-Positivliste (Category 1), was das legale Compounding (die individuelle Herstellung und Anmischung durch Apotheken) für Off-Label-Anwendungen untersagt. In Deutschland und der EU existiert ebenfalls keine Zulassung als Fertigarzneimittel. Der Erwerb läuft meist über Graumärkte unter der Deklaration 'nur für Forschungszwecke', was Konsumenten rechtlich und gesundheitlich einem hohen, unregulierten Risiko aussetzt.

Evidenz im Überblick

Forschungsstand
Für CJC-1295 (ein langwirksames GHRH-Analogon) und Ipamorelin (ein selektives GH-Sekretagogum) liegen begrenzte Human-Daten bis zur Phase II vor [5, 6, 13, 15, 17]. Die klinische Entwicklung beider Substanzen wurde nach Phase II nicht fortgesetzt [15]. Weder CJC-1295 noch Ipamorelin sind von der FDA oder der EMA zugelassen; es liegen keine New Drug Applications (NDA) oder EPARs vor [15]. Präklinische Evidenz liegt aus Zellkulturen (z.B. primäre Ratten-Hypophysenzellen) und Tiermodellen (Ratten) vor [2, 7, 8, 10, 21, 22].
Human-Evidenz
In Human-Studien der Phase I führte CJC-1295 bei gesunden Erwachsenen zu 2- bis 10-fachen GH-Anstiegen (für ≥6 Tage) und 1,5- bis 3-fachen IGF-1-Anstiegen (für 9-11 Tage) [1, 6]. Nach Mehrfachdosen blieb IGF-I bis zu 28 Tage über dem Ausgangswert [1]. Die GH-Sekretion blieb pulsatile, jedoch stiegen die basalen GH-Spiegel um das 7,5-Fache an [4]. Eine Phase-II-Studie untersuchte CJC-1295 DAC bei 192 HIV-Patienten mit Lipodystrophie [5, 6]. Für Ipamorelin wurde in einer Phase-I-Studie die Pharmakokinetik und -dynamik an gesunden männlichen Probanden mit 5 verschiedenen Infusionsraten untersucht [17]. Eine Phase-II-Studie prüfte Ipamorelin bei postoperativem Ileus bei 117 Patienten, ohne dass detaillierte Ergebnisse in den Quellen vorliegen [13]. Studien zur Kombination beider Substanzen am Menschen fehlen.
Dosierungen in Studien & Praxis
Die folgenden Angaben stammen ausschließlich aus zitierten Studien und sind keine Empfehlung. In den Phase-I-Studien an gesunden Erwachsenen wurden für CJC-1295 subkutane Dosen von 30 oder 60 µg/kg als sicher und relativ gut verträglich beschrieben [1, 6]. In einer PK/PD-Studie an gesunden Probanden wurden für Ipamorelin intravenöse Infusionsraten von 4,21; 14,02; 42,13; 84,27 und 140,45 nmol/kg über 15 Minuten angewendet [17].
Risiken & Nebenwirkungen
Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen von CJC-1295 in klinischen Studien waren Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Schwellung, Induration, lokale Urtikaria) sowie grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Angst, Übelkeit und Nesselsucht [6]. In der Phase-II-Studie mit HIV-Patienten wurde ein Todesfall durch Myokardinfarkt etwa zwei Stunden nach der 11. Dosis berichtet; der Kausalzusammenhang bleibt unklar [6]. Die FDA weist darauf hin, dass Langzeitdaten zu Auswirkungen auf die menschliche Physiologie (inklusive chronischer Toxizität, Mutagenität, Karzinogenität) sowie zur Krebsinzidenz und Mortalität fehlen [12, 16]. Beide Substanzen stehen auf der WADA-Dopingliste [18, 19, 20]. CJC-1295 wurde zudem in Norwegen in illegal hergestellten Präparaten identifiziert [9].
Forschungslücken
Die vorliegenden Quellen enthalten keine Evidenz zur gleichzeitigen Anwendung von CJC-1295 und Ipamorelin beim Menschen. Zudem fehlen Langzeit-Sicherheitsdaten für beide Substanzen, insbesondere zu chronischer Toxizität, Mutagenität, Karzinogenität, Krebsinzidenz und Mortalität [12, 16]. Die Studienlage endet bei Phase II, und die relevantesten Humanstudien stammen aus den Jahren 2005 bis 2009. Ergebnisse der Phase-II-Studie zu Ipamorelin bei postoperativem Ileus liegen nicht detailliert vor [13].

Redaktionell aus Primärquellen belegt - keine ärztliche Beratung.

Verwandte Peptide

← Zurück zu den Peptiden

Das Peptid-Signal - monatlich, werbefrei Mehr erfahren