Neuro & Kognition · Blend (Wirkstoff-Mischung)

Selank & Semax

Selank und Semax sind russische Heptapeptide als Nasenspray - Selank angstloesend, Semax kognitionsfoerdernd. Vergleichs-Hub mit Tabelle, Details auf den Einzel-Seiten.

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Übliche Anwendung Studien und Praxis

Wie dieses Peptid üblicherweise angewendet wird - beschrieben, nicht empfohlen.

Wie viel
250-600 µg pro Anwendung
Wie oft
2-3-mal täglich
Darreichungsform
Nasal (Spray)

Selank und Semax sind in Russland offiziell als Nasenspray zugelassen. Dort werden pro Anwendung 250 bis 600 Mikrogramm verabreicht, zwei- bis dreimal täglich. Für Selank liegt die Spanne bei 250 bis 500 mcg, für Semax bei 250 bis 600 mcg. Pulver-Vials vom Graumarkt werden mit bakteriostatischem Wasser angemischt, um die gleiche Konzentration wie im russischen Original zu erreichen. Für diese Produkte gibt es jedoch keine offizielle Dosierungsanweisung. Die Dauer der Anwendung ist nicht angegeben.

Vom Pulver zum fertigen Nasenspray

Angemischt wird das Pulver auch hier - nur landet die Lösung danach in einer Sprühflasche statt in einer Spritze. Die Anleitung zeigt den Rechenweg zur Menge pro Sprühstoß und die Schritte bis zur fertigen Flasche.

Anleitung Nasenspray öffnen →

Selank und Semax werden üblicherweise nasal (als Nasenspray) angewendet. Eine Injektionsrechnung ist hier nicht möglich.

Stand

Enthaltene Wirkstoffe

Ein Blend ist eine vorgefertigte Mischung mehrerer Einzel-Peptide in einem Fläschchen (Vial) - keine eigenständige Substanz.

Was sind Selank und Semax?

Selank und Semax sind zwei künstlich hergestellte Peptide. Ein Peptid ist eine Kette aus Aminosäuren, den Bausteinen von Proteinen. Beide bestehen aus sieben Aminosäuren und wurden am Moskauer Institut für Molekulargenetik entwickelt. In Russland sind sie als Nasenspray offiziell als Medikament zugelassen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind sie dagegen nicht als Medikament zugelassen und gelten rechtlich als Forschungschemikalien.

Obwohl sich die beiden Peptide strukturell ähneln, wirken sie gegensätzlich: Semax steigert geistige Wachheit, Konzentration und kognitiven Fokus. Selank wird gezielt zur Stressreduktion und Angstlösung eingesetzt. Ausführliche Einzelanalysen zu biochemischem Profil und Dosierung bieten die Wirkstoff-Ratgeber zu Selank und Semax.

Wie werden Selank und Semax angewendet?

Selank und Semax werden ausschließlich über die Nasenschleimhaut als Nasenspray oder Nasentropfen verabreicht. Diese intranasale Anwendung ist die einzig evidenzbasierte Verabreichungsform: Sowohl die russischen Zulassungsunterlagen als auch alle klinischen Humanstudien stützen sich auf die nasale Gabe. Subkutane oder intramuskuläre Injektionen sind weder behördlich geprüft noch durch Studien belegt.

Die offiziellen russischen Fachinformationen führen für beide Peptid-Präparate folgende Dosierungsschemata auf:

SubstanzKonzentrationDosis pro AnwendungFrequenz
Selank0,15% nasal250-500 mcg2-3x täglich
Semax0,1% nasal250-600 mcg2-3x täglich

Auf dem Graumarkt sind Selank und Semax meist als gefriergetrocknetes Pulver (Lyophilisat) in Vials erhältlich. Das Pulver muss vor dem Gebrauch gelöst werden. Anwender mischen dieses Peptidpulver mit BAC-Wasser (bakteriostatischem Wasser) und füllen die fertige Lösung in Nasensprühflaschen um. Da für diese Form der Eigenherstellung keine standardisierten Protokolle existieren, variieren Reinheitsgrad und Dosierungsgenauigkeit je nach Bezugsquelle erheblich.

Wie funktionieren Rekonstitution und Dosierung bei Selank und Semax?

Beim Anmischen von Peptid-Vials aus dem Graumarkt (meist 5 mg oder 10 mg Wirkstoffgehalt) wird das Pulver in eine anwendungsbereite Nasallösung überführt. Die folgende Beispielrechnung verdeutlicht die rechnerische Rekonstitution auf Basis der russischen Originalkonzentrationen, stellt jedoch keine medizinische Dosierempfehlung dar.

Selank 0,15% (1,5 mg/ml)

  • 5mg-Vial: 5mg Pulver + 3,33ml BAC-Wasser = 1.500 mcg/ml (0,15%)
  • 10mg-Vial: 10mg Pulver + 6,67ml BAC-Wasser = 1.500 mcg/ml (0,15%)
  • Bei einer Nasensprühflasche mit 0,1ml pro Sprühstoß: 150 mcg pro Sprühstoß
  • Für 250-500 mcg: ca. 2-3 Sprühstöße pro Anwendung

Semax 0,1% (1,0 mg/ml)

  • 5mg-Vial: 5mg Pulver + 5ml BAC-Wasser = 1.000 mcg/ml (0,1%)
  • 10mg-Vial: 10mg Pulver + 10ml BAC-Wasser = 1.000 mcg/ml (0,1%)
  • Bei einer Nasensprühflasche mit 0,1ml pro Sprühstoß: 100 mcg pro Sprühstoß
  • Für 250-600 mcg: ca. 2,5-6 Sprühstöße pro Anwendung

Hinweis: Die tatsächliche Wirkstoffmenge pro Sprühstoß richtet sich nach dem Hubvolumen deiner Nasensprühflasche - prüfe stets die Milliliter-Angabe pro Hub. Diese Modellrechnung beschreibt eine experimentelle Anwender-Praxis entlang der russischen Zulassungswerte. Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Anmischen und Lagern von Peptiden findest du im Bereich Anleitungen.

Selank vs. Semax: Worin unterscheiden sich die beiden Peptide?

Selank und Semax sind beides russische Heptapeptide für die nasale Anwendung, basieren jedoch auf unterschiedlichen Peptid-Vorläufern und besitzen unterschiedliche neurobiologische Wirkmechanismen. Der direkte Vergleich fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen:

EigenschaftSelankSemax
HauptwirkungAngstlösend, beruhigendKognitionsfördernd, fokussierend
Strukturelle BasisTuftsin (Immunstoff)ACTH (Stresshormon)
WirkmechanismusGABA-System, Enkephalin-HemmungMelanocortin-System, BDNF-Aktivierung
Indikation (RU)Generalisierte Angststörung, NeurasthenieKognitive Störungen, Schlaganfall-Reha
Zulassung0,15% Nasenspray0,1% und 1% Nasentropfen
WirkrichtungEntspannung ohne MüdigkeitWachheit, mentale Klarheit

Beide Peptide erhöhen die Expression von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) im Hippocampus. BDNF ist ein zentraler Wachstumsfaktor für synaptische Plastizität und Nervenregeneration. Über diesen gemeinsamen neuroprotektiven Signalweg unterstützen beide Substanzen neuronale Lern- und Anpassungsprozesse [1, 8].

Selank moduliert vor allem das GABA-System, den wichtigsten hemmenden Botenstoff für neuronale Dämpfung und Entspannung im zentralen Nervensystem. Dadurch wirkt Selank angstlösend (anxiolytisch), ohne müde zu machen. Zudem verlangsamt Selank den Abbau körpereigener Enkephaline durch die Hemmung abbauender Enkephalinasen [5].

Semax greift in das Melanocortin-System ein und moduliert neuroprotektive, entzündungshemmende Signalkaskaden sowie den zellulären Energiestoffwechsel. Über einen begleitenden Anstieg der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin fördert Semax selektiv Vigilanz, Konzentrationsvermögen und geistige Ausdauer.

Wann eignet sich welche Substanz: Selank oder Semax?

Die Entscheidung zwischen Selank und Semax richtet sich nach dem individuellen Anwendungsziel und neurokognitiven Bedarf:

  • Bei Stress, Angstzuständen oder innerer Unruhe: Selank eignet sich vorrangig zur Beruhigung und emotionalen Stabilisierung, da es angstlösend wirkt, ohne wie klassische Sedativa müde zu machen.
  • Bei Konzentrationsschwäche, Brain Fog oder geistiger Erschöpfung: Semax ist die passendere Wahl zur Steigerung von Wachheit, Gedächtnisleistung und mentaler Klarheit.
  • Zur neurologischen Rehabilitation: Semax wird in Russland auch in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt.

Vertiefende Fachinformationen zu Wirksamkeit, Studien und Dosierung bieten die Einzelseiten zu Selank und Semax. Einen umfassenden Vergleich weiterer nootropischer Substanzen findest du in der Peptid-Bibliothek.

Kann man Selank und Semax kombinieren?

Für die kombinierte Anwendung (Stacking) von Selank und Semax liegen keine kontrollierten klinischen Studien oder Sicherheitsdaten vor. In Nootropika-Communitys werden beide Heptapeptide gelegentlich zeitversetzt kombiniert, indem Semax morgens für Fokus und geistige Leistungsfähigkeit sowie Selank abends zum Stressabbau verwendet wird.

Wer beide Peptide parallel verabreicht, sollte die Gaben zeitlich trennen und keinesfalls beide Nasensprays gleichzeitig in dieselbe Nasenöffnung applizieren. Diese kombinierte Einnahme beruht ausschließlich auf anekdotischen Anwenderberichten ohne wissenschaftliche Absicherung.

Wie ist der rechtliche Status von Selank und Semax?

In Russland sind Selank (unter dem Markennamen Selanc) und Semax zugelassene Arzneimittel. In Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügen beide Heptapeptide über keine arzneimittelrechtliche Zulassung.

Im europäischen Raum erfolgt der Vertrieb fast ausschließlich als nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte Forschungschemikalien. Beim Bezug über den Online-Handel ist eine sorgfältige Prüfung des Anbieters ratsam; praxisnahe Kriterien bietet der Ratgeber zum Schutz beim Bestellen.

Die wissenschaftliche Studienlage entspricht der Evidenzstufe 3: Beide Wirkstoffe stützen sich fast vollständig auf russische Marktdaten und Humanstudien. Methodisch unabhängige, randomisierte und placebokontrollierte klinische Studien aus westlichen Forschungszentren liegen bislang nicht vor [1, 3, 8].

Evidenz im Überblick

Forschungsstand
Die Peptide Selank und Semax sind in Russland offiziell als Nasenspray zugelassen. Selank gibt es dort in einer Konzentration von 0,15 % (Handelsname Selanc), Semax in den Stärken 0,1 % und 1 %. Die klinische Evidenz stammt vor allem aus russischen Humanstudien; unabhängige westliche Studien liegen bislang nicht vor. Eine funktionelle Konnektom-Studie aus dem Jahr 2020 untersuchte vergleichend die Hirnnetzwerk-Effekte beider Wirkstoffe [8]. Detaillierte Informationen zu Wirkung und Dosierung findest du in den jeweiligen Einzel-Einträgen zu Selank und Semax.
Human-Evidenz
Die Peptide Selank und Semax werden in russischen Humanstudien untersucht. Selank wird bei generalisierter Angststörung und Neurasthenie erforscht [1, 3], während Semax bei kognitiven Indikationen und der Schlaganfall-Rehabilitation im Fokus steht. Eine Studie von 2020 untersuchte die funktionelle Konnektivität im Gehirn unter beiden Peptiden [8]. Eine weitere Studie von 2021 untersuchte den Einfluss von Selank auf Cytokin-Spiegel unter sozialem Stress [9]. Da unabhängige westliche Studien bislang fehlen, ist die Aussagekraft begrenzt. Details in den Einzel-Einträgen.
Dosierungen in Studien & Praxis
In der russischen Zulassung sind diese Dosierungen hinterlegt: Selank gibt es als 0,15% Nasenspray. Du verwendest davon etwa 250 bis 500 mcg pro Anwendung, zwei- bis dreimal täglich [1, 3]. Semax ist als 0,1% Nasenspray zugelassen. Hier sind es ungefähr 250 bis 600 mcg pro Anwendung, ebenfalls zwei- bis dreimal täglich. Im Graumarkt werden typischerweise 5mg- oder 10mg-Vials als lyophilisiertes Pulver verkauft. Um die russische Zulassungskonzentration zu erreichen, wird ein 5mg-Vial bei Selank mit 3,33ml BAC-Wasser (0,15%) bzw. bei Semax mit 5ml BAC-Wasser (0,1%) rekonstituiert. Diese Graumarkt-Praxis ist unbelegt.
Risiken & Nebenwirkungen
In russischen Studien werden die Nebenwirkungen als gering beschrieben. Am häufigsten treten lokale Reaktionen auf, zum Beispiel eine Nasenreizung. Unabhängige Sicherheitsstudien und Langzeitdaten fehlen bisher. Deshalb ist die Datenlage zur langfristigen Sicherheit noch begrenzt. Zur Kombination beider Peptide gibt es keine Sicherheitsdaten. Detaillierte Informationen in den Einzel-Einträgen.
Forschungslücken
Bisher gibt es keine unabhängigen westlichen Humanstudien, die die Anwendung dieser Peptide untersuchen. Auch für die Kombination der beiden Wirkstoffe fehlen spezifische Untersuchungen und belastbare Langzeitdaten. Einen ersten wissenschaftlichen Ansatz, die Wirkmechanismen auf Netzwerkebene zu vergleichen, liefert die russische Konnektom-Studie aus dem Jahr 2020 [8].

Redaktionell aus Primärquellen belegt - keine ärztliche Beratung.

Verwandte Peptide

Selank und Semax werden üblicherweise nasal (als Nasenspray) angewendet. Eine Injektionsrechnung ist hier nicht möglich.

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