Gewebeheilung & Regeneration

Cardiogen

Cardiogen (AEDR) ist ein synthetisches Tetrapeptid aus der russischen Bioregulator-Forschung, das in Zell- und Tierstudien kardiale Geweberegeneration, reduzierte Apoptose und Anti-Tumor-Effekte zeigt. Keine Humanstudien, keine Zulassung.

Redaktion ·Aktualisiert ·5 Quellen ·evidenz-bewertet ·unabhängig & werbefrei

Übliche Anwendung gängige Praxis, nicht belegt

Wie dieses Peptid üblicherweise angewendet wird - beschrieben, nicht empfohlen.

Wie viel
200-500 µg pro Tag
Wie oft
täglich
Wie lange
4-6 Wochen am Stück
Darreichungsform
Injektion

Auf dem Graumarkt berichten Anwender, täglich 200 bis 500 µg Cardiogen subkutan (unter die Haut) zu spritzen, über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen. Diese Angaben stammen ausschließlich aus unbelegten Erfahrungsberichten ohne wissenschaftliche Grundlage. Es gibt keine Studien am Menschen und keine validierte Dosis. Wie oft pro Tag gespritzt wird, geht aus den Berichten nicht hervor.

Datenlage zu dünn für eine Berechnung im Injektions-Rechner.

Stand

Cardiogen ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Aminosäuresequenz H-Ala-Glu-Asp-Arg-OH (AEDR) und einem Molekulargewicht von circa 489,5 g/mol. Es wurde in der russischen Peptid-Bioregulator-Forschung zur Regeneration von Herzgewebe entwickelt. Es zählt zur Gruppe der gewebespezifischen Bioregulatoren, die gezielt Kardiomyozyten ansprechen sollen [1][2].

Was ist das Peptid Cardiogen und wofür wird der Bioregulator erforscht?

Cardiogen ist ein kurzes Peptid-Bioregulator-Molekül mit einem Molekulargewicht von circa 489,5 g/mol. Seit den 1980er-Jahren wird es in der russischen Peptidforschung untersucht, um die Genexpression und Zellfunktion zu regulieren. Das Forschungsinteresse gilt vor allem dem Herzgewebe: Das Peptid soll die Regeneration und den Zellerhalt von Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) gezielt anregen [2].

Der wissenschaftliche Forschungsstand zu Cardiogen ist rein präklinisch. Sämtliche Daten stammen ausschließlich aus Zellkulturen und Tiermodellen. Bislang existieren keine Humanstudien, keine klinischen Studienphasen und keine behördliche Arzneimittelzulassung [1][2][3][4]. Im Graumarkt wird Cardiogen dennoch außerhalb regulärer Vertriebswege als Forschungspeptid in Vials angeboten.

Wie wird Cardiogen in Studien und in der Praxis angewendet?

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde Cardiogen ausschließlich in Zellkulturen und Tiermodellen getestet und nie an menschlichen Probanden verabreicht. In einer Zellkulturstudie von Chalisova et al. wurde das Peptid in einer Konzentration von 10^-12 M auf Ratten-Herzgewebe aufgebracht [2]. Tierversuche nutzten eine intraperitoneale Gabe über die Bauchhöhle [1].

Auf dem Graumarkt wird Cardiogen typischerweise als lyophilisiertes Pulver in 20-mg-Vials angeboten und von Anwendern subkutan injiziert. Kursierende Erfahrungsberichte nennen häufig Dosierungen von 200-500 µg täglich über einen Zeitraum von 4-6 Wochen. Dies ist eine rein experimentelle Anwender-Praxis ohne wissenschaftliche Belege für den Menschen und stellt keine Dosierungsempfehlung dar. Schritt-für-Schritt-Hinweise zur Handhabung und Lagerung von Peptiden findest du in den Anleitungen.

Wie funktionieren Rekonstitution und Konzentrationsberechnung bei Cardiogen?

Die Rekonstitution von Cardiogen beschreibt das Lösen des gefriergetrockneten Pulvers (Lyophilisat) aus 20-mg-Vials mit einem sterilen Lösungsmittel wie bakterizidem bzw. bakteriostatischem Wasser (BAC-Wasser). Die genaue Vorgehensweise zum sachgerechten Auflösen erläutern die Anleitungen zum Anmischen.

Ein Rechenbeispiel zur Wirkstoffkonzentration (rein rechnerisch, keine Dosierungsempfehlung): Löst man ein 20-mg-Vial mit 2 ml BAC-Wasser auf, ergibt sich eine Konzentration von 10 mg/ml. Bezogen auf typische Graumarkt-Angaben von 200 µg entspricht dies einem Volumen von 0,02 ml (20 µl bzw. 2 Teilstriche auf einer 1-ml-Insulinspritze). Bei 500 µg wären es 0,05 ml (50 µl bzw. 5 Teilstriche). Wichtig: Diese Modellrechnung dient ausschließlich dem mathematischen Verständnis und stellt keine Anwendungsempfehlung dar, da klinische Daten am Menschen fehlen.

Da Cardiogen rein präklinisch erforscht ist (Evidenz-Stufe 1), existiert kein validierter Dosis-Rückrechner für diese Substanz. Grundlegende Informationen zum Umgang mit Peptid-Vials bieten die Peptid-Bibliothek sowie das Glossar mit Definitionen zu Begriffen wie Rekonstitution, Lyophilisat und Bioverfügbarkeit.

Welche Wirkung zeigt Cardiogen auf molekularer Ebene im Herzgewebe?

Die biologische Wirkung von Cardiogen im Herzgewebe stützt sich nach derzeitigem präklinischen Kenntnisstand auf drei wesentliche zelluläre Mechanismen aus Zell- und Tierversuchen:

  • Proliferation von Herzmuskelzellen: In organotypischen Gewebekulturen stimulierte Cardiogen die Zellteilung (Proliferation) in Ratten-Herzgewebe junger und alter Tiere. Das ist bemerkenswert, weil adulte Kardiomyozyten nur begrenzt regenerationsfähig sind [2].
  • Hemmung der Apoptose über p53: Cardiogen senkte die Expression des Apoptose-Markers und Tumorsuppressors p53. Dadurch wird der programmierte Zelltod von Kardiomyozyten im Myokard potenziell verringert [2].
  • Modulation kardialer Fibroblasten: Cardiogen reguliert bindegewebsbildende Fibroblasten so, dass überschüssiges Narbengewebe gehemmt und der Erhalt funktioneller Herzmuskelstrukturen begünstigt wird [1].

Im Tiermodell nach induziertem Myokardinfarkt zeigten Studien zudem eine dreifach reduzierte Mortalität, kleinere Nekrose-Areale und eine Schonung myokardialer Glykogenspeicher. Diese Ergebnisse stammen aus Versuchen an Mäusen und lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen [1].

Welche Anti-Tumor-Effekte wurden zu Cardiogen publiziert?

In präklinischen Tierversuchen an älteren Ratten mit experimentellem M-1-Sarkom zeigte Cardiogen tumor-modifizierende Eigenschaften [1]. Dieser Befund basiert auf einem einzelnen Tiermodell und ist bisher nicht durch Humanstudien bestätigt.

Welche Wissenslücken und Risiken bestehen bei Cardiogen?

Die Evidenzlage zu Cardiogen weist erhebliche wissenschaftliche Lücken bezüglich pharmakologischer und toxikologischer Grunddaten auf:

  • Fehlende Humanstudien: Es liegen keine klinischen Studien zur Verträglichkeit, Wirksamkeit oder Dosierung am Menschen vor.
  • Mangelnde Replikation: Die publizierten Arbeiten stammen fast ausschließlich aus russischen Instituten und wurden von westlichen Forschergruppen nicht unabhängig validiert.
  • Fehlende Langzeitdaten: Weder im Tierversuch noch am Menschen existieren belastbare Langzeitstudien zu chronischen Nebenwirkungen oder Risiken.
  • Unvollständiger Wirkmechanismus: Die genaue zelluläre Aufnahme und die beteiligten intrazellulären Signalwege sind nicht abschließend aufgeklärt.
  • Unbekannte Pharmakokinetik: Parameter wie Plasmahalbwertszeit, Bioverfügbarkeit und Metabolisierungswege sind wissenschaftlich nicht dokumentiert.

Für Vergleiche mit besser erforschten regenerativen Peptiden empfiehlt sich die Übersicht zu BPC-157 und GHK-Cu sowie die Peptid-Bibliothek für detaillierte Wirkstoffanalysen. Beim Erwerb von Forschungspeptiden im Internet liefert der Leitfaden zum Schutz beim Bestellen wichtige Kriterien zur Qualitäts- und Reinheitsbewertung.

Evidenz im Überblick

Forschungsstand
Die wissenschaftliche Datenlage ist rein präklinisch: Die vorliegenden Studien stammen ausschließlich aus der russischen Peptid-Bioregulator-Forschung, die an Gewebekulturen und Tiermodellen durchgeführt wurde. Bislang gibt es weder Humanstudien noch klinische Phasen oder eine behördliche Zulassung [1][2][3][4].
Human-Evidenz
Zu Cardiogen gibt es bislang keine klinischen Studien am Menschen. Alle bisherigen Forschungsergebnisse stammen ausschließlich aus In-vitro-Zellkulturen (Ratten-Myokard) und präklinischen Tiermodellen (Maus, Ratte) [1][2].
Dosierungen in Studien & Praxis
Für das Peptid Cardiogen gibt es keine wissenschaftlich fundierte Dosierung für den Menschen. In der Zellkulturstudie von Chalisova et al. wurde Cardiogen in einer Konzentration von 10^-12 M eingesetzt [2]. Im Graumarkt kursieren typischerweise 20-mg-Vials, zu denen nicht validierte Anwender-Protokolle von 200-500 µg täglich subkutan über einen Zeitraum von 4-6 Wochen berichten. Diese Angaben basieren rein auf unbelegter Anwender-Praxis ohne wissenschaftliche Grundlage und stellen ausdrücklich keine Dosierungsempfehlung oder -anweisung dar.
Risiken & Nebenwirkungen
Weil es keine Studien am Menschen gibt, sind die Risiken und Nebenwirkungen bisher unbekannt. Im Graumarkt berichten manche von leichter Erschöpfung oder vorübergehenden Blutdruckschwankungen. Wissenschaftlich belegt ist das aber nicht. Auch zur Langzeitsicherheit fehlen gesicherte Erkenntnisse.
Forschungslücken
Bislang gibt es weder klinische Studien noch andere Untersuchungen am Menschen. Auch hat kein westliches Labor die russischen Ergebnisse unabhängig nachgeprüft. Außerdem fehlen verlässliche Daten zur Langzeit-Sicherheit, und der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt.

Redaktionell aus Primärquellen belegt - keine ärztliche Beratung.

Verwandte Peptide

Datenlage zu dünn für eine Berechnung im Injektions-Rechner.

← Zurück zu den Peptiden

Das Peptid-Signal - monatlich, werbefrei Mehr erfahren