Gewebeheilung & Regeneration

TB-500

TB-500 ist ein synthetisches Peptid-Fragment (meist 7 Aminosäuren) aus Thymosin Beta-4, das im Tierversuch die Gewebereparatur fördert, jedoch keine zugelassene Humanstudie aufweist und im Sport verboten ist.

Auf Etiketten, in Preislisten und in der Community auch als: TB

Redaktion ·Aktualisiert ·11 Quellen ·evidenz-bewertet ·unabhängig & werbefrei

Übliche Anwendung gängige Praxis, nicht belegt

Wie dieses Peptid üblicherweise angewendet wird - beschrieben, nicht empfohlen.

Wie viel
2-2,5 mg pro Anwendung
Wie oft
2-mal pro Woche
Wie lange
4-6 Wochen am Stück
Darreichungsform
Injektion

Im Graumarkt wird TB-500 subkutan (unter die Haut) gespritzt, mit 2 bis 2,5 mg pro Injektion, zweimal pro Woche, über 4 bis 6 Wochen (Loading-Phase). Danach folgt eine Erhaltungs-Phase mit 2 bis 2,5 mg einmal pro Woche oder alle zwei Wochen, Dauer variabel. Diese Zahlen stammen aus anekdotischen Community-Berichten und Übertragungen von Tierdaten, nicht aus Humanstudien. Es gibt keine klinisch validierte Dosis für das TB-500-Fragment am Menschen.

Noch experimentelle Datenlage (Evidenzstufe unter 3) - eine Injektionsrechnung wird hier bewusst nicht angeboten.

Stand

Was ist TB-500? Definition und Herkunft des Peptids

TB-500 ist ein künstlich hergestelltes Peptid-Fragment. Es stammt vom körpereigenen Protein Thymosin Beta-4 (Tβ4) ab. In der medizinischen Forschung untersucht man es vor allem auf sein Potenzial zur Gewebereparatur. Als reine Forschungschemikalie hat TB-500 keine arzneimittelrechtliche Zulassung und ist im Sport strikt verboten. Ursprünglich entwickelte das Unternehmen Regeneron das vollständige Thymosin Beta-4 mit 43 Aminosäuren für den Pferderennsport, um die Genesung von Rennpferden zu beschleunigen. Auf dem Graumarkt meint die Bezeichnung TB-500 heute meist ein kurzes Fragment aus 7 Aminosäuren (Sequenz Ac-LKKTETQ), da dieses in der Herstellung kostengünstiger ist als das vollständige Protein.

Wichtig: TB-500 (das Fragment) und Thymosin Beta-4 (das volle Protein) werden häufig verwechselt, auch von Anbietern. Die meisten wissenschaftlichen Humanstudien beziehen sich auf das vollständige Protein Tβ4, nicht auf das isolierte Fragment. Die biologische Wirkung des kurzen TB-500-Fragments beim Menschen ist bisher nicht dokumentiert [4, 11].

Anwendung von TB-500: Injektionsformen und Praxis

Im Graumarkt wird TB-500 fast ausschließlich durch subkutane Injektion angewendet, also in das Bauchfett oder den Oberschenkel. Diese Form der Applikation ist jedoch nicht durch klinische Humanstudien belegt. Tatsächlich existiert keine publizierte Studie, welche die subkutane Injektion des TB-500-Fragments am Menschen untersucht hat. Die gängige Graumarkt-Praxis stützt sich lediglich auf anekdotische Berichte und die Extrapolation von Daten aus Tierversuchen [11].

In klinischen Studien zum vollständigen Thymosin Beta-4 wurden hingegen andere Verabreichungswege gewählt: topisch bei Haut- oder Augenerkrankungen sowie intravenös in Herzinfarkt-Studien. Diese Daten lassen sich nicht direkt auf das TB-500-Fragment übertragen. Im Pferdesport wurde TB-500 meist intramuskulär mit 10 mg pro Injektion angewendet [11]. Zudem existieren von der FDA dokumentierte, aber nicht zugelassene Nasensprays und lokale Anwendungen.

TB-500 anmischen: Anleitung zur Rekonstitution und Dosierung

TB-500 wird üblicherweise als gefriergetrocknetes Pulver (Lyophilisat) in Vials mit 2, 5 oder 10 mg Wirkstoff vertrieben. Vor der Anwendung muss das Peptid-Pulver aufgelöst werden, was als Rekonstitution bezeichnet wird. Hierfür wird bakteriostatisches Wasser (BAC-Wasser) verwendet, da es durch Konservierungsstoffe keimfrei bleibt.

Durchgerechnetes Beispiel (unbelegte Anwender-Praxis):

  • Vial: 5 mg TB-500-Pulver
  • Rekonstitution: Zugabe von 2 ml BAC-Wasser ergibt eine Konzentration von 2,5 mg/ml
  • Angestrebte Dosis: Für 2,5 mg wird 1 ml Lösung aufgezogen (entspricht 100 Einheiten auf einer Insulinspritze)

Bei einem 10-mg-Vial und 2 ml BAC-Wasser beträgt die Konzentration 5 mg/ml; für eine Dosis von 2,5 mg ziehst du entsprechend 0,5 ml (50 Einheiten) auf. Detaillierte Informationen zum Anmischen und zur Lagerung findest du in den Anleitungen zur Peptid-Handhabung, deren Prinzipien auch für TB-500 gelten.

Rekonstituierte Vials sollten im Kühlschrank bei 2-8 °C gelagert und innerhalb von etwa 28 Tagen aufgebraucht werden. Vor einem Kauf solltest du dich zudem über den Schutz beim Bestellen und Sicherheitsmaßnahmen informieren, da Produkte auf dem Graumarkt oft falsch deklariert oder verunreinigt sind.

Wirkung von TB-500: Biologische Mechanismen

TB-500 ist ein im Labor synthetisiertes Protein-Fragment, das die körpereigene Selbstheilung unterstützen soll. Der Wirkmechanismus basiert auf der Bindung an das Zell-Skelett (Aktin). TB-500 bindet monomere G-Aktin-Bausteine und hält sie für den Aufbau neuer Zellstrukturen bereit, ein Prozess, der als G-Aktin-Sequestrierung bezeichnet wird. Theoretisch könnten dadurch die Zellwanderung, die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) und entzündungshemmende Prozesse gefördert werden.

Im Vergleich zum vollständigen Thymosin Beta-4 fehlen dem TB-500-Fragment jedoch wichtige Funktionen, wie etwa die Beeinflussung der DNA-Polymerase für die Zellteilung. Ob das Fragment tatsächlich die gleichen regenerativen Effekte wie das Muttermolekül erzielt, ist beim Menschen wissenschaftlich nicht belegt.

Wirksamkeit: Studienlage zu TB-500 und Thymosin Beta-4

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von TB-500 beim Menschen ist äußerst gering. Es liegen keine abgeschlossenen, kontrollierten klinischen Studien zum isolierten TB-500-Fragment vor; die vorhandene Evidenz beschränkt sich auf In-vitro-Tests und Tierversuche [4, 11].

Humanstudien konzentrieren sich fast ausschließlich auf das vollständige Tβ4-Molekül. Für Tβ4 existieren eine Phase-1b-Studie an Gesunden sowie Phase-II-Studien zu Myokardinfarkten, venösen Ulzera und Druckgeschwüren. Diese Ergebnisse sind jedoch nicht eins zu eins auf das kürzere TB-500-Fragment übertragbar.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 stellt fest, dass unzulässige Peptid-Therapien wie TB-500 zur Behandlung von Verletzungen oder zur Leistungssteigerung nicht durch belastbare Humanstudien gestützt werden [11].

TB-500 Dosierung: Protokolle aus der Anwenderpraxis

Da klinische Studien fehlen, existiert keine medizinisch validierte Dosierung für TB-500. Die in Foren und im Graumarkt kursierenden Schemata basieren auf anekdotischen Erfahrungen und der Extrapolation von Tierdaten, nicht auf gesicherter klinischer Forschung.

PhaseDosis pro InjektionFrequenzDauer
Loading-Phase2-2,5 mg s.c.2x pro Woche4-6 Wochen
Erhaltungs-Phase2-2,5 mg s.c.1x pro Woche (oder alle 2 Wochen)variabel

Einige Anwender nutzen gewichtsbasierte Protokolle mit etwa 30-60 µg/kg pro Injektion in der Loading-Phase. Diese Angaben sind klinisch nicht validiert und stammen primär von Graumarkt-Anbietern und aus Community-Diskussionen [11]. Die FDA dokumentiert lediglich die Existenz nicht zugelassener Produkte wie Nasensprays (10 mg/25 ml) oder Injektionslösungen (10 mg).

In der Phase-1b-Studie zum vollständigen Tβ4 wurden intravenöse Dosen von 0,43-5,25 mg/kg verwendet, die jedoch nicht auf die subkutane Anwendung des Fragments übertragbar sind.

Nebenwirkungen und Risiken der Anwendung

Das Nebenwirkungsprofil von TB-500 ist unzureichend erforscht, da keine Zulassung als Arzneimittel vorliegt. Berichtet werden Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Leistungsschwankungen. Die FDA warnt ausdrücklich vor Sicherheitsrisiken bei TB-500, da keine Daten zur Humanexposition vorliegen. Die Substanz wurde zudem in eine Liste von Bulk-Substanzen aufgenommen, die beim Compounding erhebliche Risiken bergen.

  • Verwechslung von TB-500 (Fragment) mit dem vollen Thymosin Beta-4 durch falsche Deklaration
  • Rekonstitution mit Kochsalzlösung statt BAC-Wasser, was zum Ausfällen des Peptids führen kann
  • Falsche Lagerung bei Raumtemperatur statt im Kühlschrank nach dem Anmischen
  • Gefährliche Überdosierung aufgrund fehlender Sicherheitsdaten

Rechtlicher Status und WADA-Regelungen in Deutschland und der EU

TB-500 besitzt weder in Deutschland und der EU (BfArM/EMA) noch in den USA (FDA) eine Zulassung als Arzneimittel. Es wird als nicht regulierte Forschungschemikalie eingestuft und ist nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Während für das Muttermolekül Tβ4 ein FDA-Orphan-Drug-Status besteht, fehlt eine formelle Zulassung für den Menschen.

TB-500 ist auf der WADA-Verbotsliste unter der Kategorie S2 (Peptidhormone und Wachstumsfaktoren) aufgeführt und im Leistungssport sowie im Pferdesport streng verboten [1, 9]. In Deutschland ist der reine Besitz für Privatpersonen nicht strafbar, der Vertrieb als nicht zugelassenes Arzneimittel hingegen illegal.

Weitere Informationen zu verwandten Substanzen findest du in der umfassenden Peptid-Bibliothek.

Evidenz im Überblick

Dosierungen in Studien & Praxis
Für das TB-500-Fragment am Menschen gibt es keine klinisch validierten Dosierungsprotokolle [4, 11]. Die FDA dokumentiert nur die Zusammensetzung von nicht zugelassenen Produkten, die im Internet verkauft werden, wie Nasensprays (10 mg/25 ml und 10 mg/50 ml) oder Injektionspräparate (10 mg). Die am häufigsten berichtete Graumarkt-Praxis (unbelegt) folgt einem Zwei-Phasen-Schema: In der Loading-Phase spritzt man 2-2,5 mg s.c. (unter die Haut) zweimal pro Woche für 4-6 Wochen. Danach folgt die Erhaltungs-Phase mit 2-2,5 mg s.c. einmal pro Woche oder alle zwei Wochen [11]. Einige Anwender berichten von gewichtsbasierten Protokollen (etwa 30-60 µg/kg pro Injektion). Diese Protokolle stützen sich auf anekdotische Erfahrungen und auf Übertragungen aus Tierdaten, nicht auf Humanstudien. Die Phase-1b-Studie zum vollen Tβ4 nutzte intravenöse Dosen von 0,43-5,25 mg/kg - das lässt sich nicht auf das Fragment übertragen. Im Pferdesport wurden 10 mg i.m. (in den Muskel) pro Injektion verabreicht.

Redaktionell aus Primärquellen belegt - keine ärztliche Beratung.

Verwandte Peptide

Community-Stacks

TB-500 taucht in diesen Kombinationen auf, über die in der Community gesprochen wird:

Noch experimentelle Datenlage (Evidenzstufe unter 3) - eine Injektionsrechnung wird hier bewusst nicht angeboten.

← Zurück zu den Peptiden

Das Peptid-Signal - monatlich, werbefrei Mehr erfahren