Klartext
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Peptide - kurz und verständlich erklärt. Jeder Begriff zuerst in ein, zwei Sätzen, darunter mehr Tiefe und typische Verwechslungen.
32 Begriffe ·verständlich erklärt ·unabhängig & werbefrei
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A 4
- Agonist
- Ein Stoff, der an einen Rezeptor bindet und ihn aktiviert - also dessen Signal auslöst. Viele Peptide wirken als Agonisten, z.B. GLP-1-Agonisten.
- Auch genannt Rezeptor-Agonist, Agonisten
- Analogon
- Eine leicht abgewandelte Version eines natürlichen Moleküls. Kleine Änderungen können die Wirkung verstärken oder die Wirkdauer verlängern.
- Auch genannt Analog, Analoga, Derivat, analogue
- Analysenzertifikat (CoA)
- Ein Laborbericht zur Identität und Reinheit einer Charge - meist per HPLC und Massenspektrometrie. Aussagekräftig nur, wenn er die erhaltene Ware unabhängig prüft.
- Auch genannt CoA, Certificate of Analysis, Analysezertifikat, Prüfzertifikat
- Antagonist
- Ein Stoff, der an einen Rezeptor bindet, ihn aber nicht aktiviert - und so das normale Signal blockiert. Das Gegenteil eines Agonisten.
- Auch genannt Rezeptor-Antagonist, Blocker, Antagonisten
B 2
- Bakteriostatisches Wasser (BAC-Wasser)
- Steriles Wasser mit 0,9 % Benzylalkohol. Der Zusatz hemmt Keime, sodass eine angemischte Lösung mehrere Wochen im Kühlschrank haltbar bleibt.
- Auch genannt BAC-Wasser, Bac Water, bakteriostatisches Wasser, Benzylalkohol-Wasser
- Bioverfügbarkeit
- Der Anteil eines Wirkstoffs, der tatsächlich unverändert im Blutkreislauf ankommt. Sie erklärt, warum viele Peptide gespritzt und nicht geschluckt werden.
- Auch genannt Verfügbarkeit, bioavailability, F-Wert
C 1
- Cycling (Zyklus)
- Die Anwendung in Phasen - eine „On"-Zeit gefolgt von einer Pause („Off"). Ein häufiges Ziel ist, einer nachlassenden Wirkung (Toleranz) vorzubeugen.
- Auch genannt Zyklus, Kur, On/Off, cycling
E 4
- Einheiten: IU, mg, mcg
- mg (Milligramm) und mcg/µg (Mikrogramm) sind Massen; 1 mg = 1000 mcg. IU (Internationale Einheit) misst dagegen Wirkung, nicht Masse - beides darf man nicht gleichsetzen.
- Auch genannt IU, IE, mg, mcg, µg, Mikrogramm, Milligramm, Internationale Einheit
- Erhaltungsdosis
- Die stabile Dosis, bei der man nach dem Eindosieren bleibt. Manche Protokolle starten mit einer höheren „Loading"-Phase und gehen dann auf die Erhaltungsdosis.
- Auch genannt Erhaltungsdosis, Maintenance, Zieldosis, Erhaltungsphase
- Essigsäure-Wasser (0,6 %)
- Steriles Wasser mit 0,6 % Essigsäure. NUR für die wenigen Peptide, die sich sonst nicht lösen, weil sie ein saures Milieu brauchen. Auf keinen Fall als Ersatz für BAC-Wasser oder steriles Wasser verwenden - für alle anderen Wirkstoffe ist es ungeeignet.
- Auch genannt Essigsäure-Wasser, Essigsaeure-Wasser, acetic acid water, 0.6% Essigsäure
- Evidenzgrad
- Wie gut eine Aussage durch Studien belegt ist. Daten aus großen Humanstudien wiegen schwerer als Tier- oder Laborversuche oder bloße Erfahrungsberichte.
- Auch genannt Evidenzlevel, Evidenzstufe, Studienlage, Evidence Level
G 1
- Graumarkt / Research Chemical
- Der Verkauf von Stoffen außerhalb regulärer Arzneizulassung, oft als „nur für Forschungszwecke" deklariert. Diese Labels umgehen Regulierung und sagen nichts über Qualität.
- Auch genannt Research Chemical, RC, Graumarkt, not for human use, nur für Forschungszwecke
H 2
- Halbwertszeit
- Die Zeit, in der die Hälfte eines Wirkstoffs im Körper abgebaut bzw. ausgeschieden ist. Sie bestimmt, wie lange ein Peptid wirkt und wie oft man es anwendet.
- Auch genannt HWZ, t½, Eliminationshalbwertszeit
- HPLC / HPLC-MS
- Labormethoden zur Trennung und Identifizierung der Bestandteile einer Probe. HPLC misst die Reinheit, gekoppelt mit Massenspektrometrie (MS) auch die Identität.
- Auch genannt HPLC, HPLC-MS, LC-MS, Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie
I 2
- Insulinspritze (U-100)
- Eine feine Spritze mit fest verbundener Nadel, skaliert in „Units". Bei U-100 entsprechen 100 Units genau 1 ml - das ist die gängige Spritze für subkutane Peptid-Gaben.
- Auch genannt Insulin-Spritze, U-100, U100, Insulinnadel, Units
- Intramuskulär (i.m.)
- Eine Injektion direkt in einen Muskel, mit längerer Nadel. Für Peptide seltener als subkutan, in manchen Fällen aber vorgesehen.
- Auch genannt i.m., im, in den Muskel, intramuskulär
K 1
- Kühlkette
- Die durchgehende Kühlung empfindlicher Stoffe von der Herstellung bis zur Anwendung. Lücken (z.B. langer Versand bei Wärme) können die Wirksamkeit mindern.
- Auch genannt Cold Chain, gekühlt, Kühllagerung, Lagerung
L 1
- Lyophilisat
- Ein gefriergetrocknetes Pulver. Peptide werden lyophilisiert, weil sie als trockenes Pulver viel länger und stabiler haltbar sind als in Lösung.
- Auch genannt Lyophilisiert, Gefriergetrocknet, Trockensubstanz, Pulver
M 1
- Microdosing
- Der bewusste Einstieg mit einer Dosis deutlich unterhalb der üblichen Standard- oder Herstellerempfehlung, um zuerst die eigene Reaktion und Verträglichkeit zu testen und sich nur in kleinen Schritten heranzutasten ("start low, go slow").
- Auch genannt Mikrodosierung, Micro-Dosing, Micro Dosing, Microdosieren
O 1
- Off-label
- Der Einsatz eines zugelassenen Medikaments außerhalb seiner offiziellen Zulassung - etwa für eine andere Indikation oder Dosis als geprüft.
- Auch genannt Off Label, off-label-use, zulassungsüberschreitend
P 2
- Partieller Agonist
- Ein Stoff, der einen Rezeptor nur teilweise aktiviert - schwächer als ein voller Agonist, aber stärker als gar nichts.
- Auch genannt Teilagonist, partial agonist
- Pharmakokinetik & -dynamik (PK/PD)
- Zwei Blickwinkel: Pharmakokinetik = was der Körper mit dem Stoff macht (Aufnahme, Verteilung, Abbau); Pharmakodynamik = was der Stoff mit dem Körper macht (Wirkung).
- Auch genannt PK, PD, PK/PD, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik
R 4
- Reinheit (%)
- Der Anteil des gewünschten Stoffs in einer Probe, meist als Prozent per HPLC. Hohe Reinheit sagt aber nichts über die korrekte Menge im Vial aus.
- Auch genannt Purity, Reinheitsgrad, Prozent rein
- Rekonstitution
- Das Anmischen eines gefriergetrockneten Peptids: Du gibst eine sterile Flüssigkeit (meist bakteriostatisches Wasser) ins Vial, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat und eine injizierbare Lösung entsteht.
- Auch genannt Anmischen, Auflösen, Rekonstruieren
- Rezeptor
- Eine Andockstelle an oder in einer Zelle, an die ein Botenstoff bindet und so ein Signal in der Zelle auslöst. Agonisten und Antagonisten wirken über Rezeptoren.
- Auch genannt Bindungsstelle, Andockstelle, receptor
- Rezeptor-Desensibilisierung
- Wenn ein Rezeptor durch dauerhafte Überreizung unempfindlicher wird oder die Zelle ihre Rezeptoren reduziert - die gleiche Dosis wirkt dann schwächer.
- Auch genannt Downregulation, Herunterregulierung, Toleranz, Desensitisierung
S 3
- Sekretagogum
- Ein Stoff, der den Körper anregt, ein eigenes Hormon auszuschütten - statt das Hormon selbst zuzuführen. Viele GH-Peptide sind Wachstumshormon-Sekretagoga.
- Auch genannt Sekretagog, Secretagogue, Freisetzer
- Steriles Wasser für Injektion
- Keimfreies Wasser ohne jeden Zusatz. Es eignet sich zum Anmischen, bietet aber keinen Konservierungsschutz - die Lösung sollte rasch verwendet werden.
- Auch genannt Aqua ad iniectabilia, Wasser für Injektionszwecke, sterile water
- Subkutan (s.c.)
- Eine Injektion ins Unterhautfettgewebe (zwischen Haut und Muskel) mit kurzer, feiner Nadel. Der gängigste Weg für Peptide.
- Auch genannt s.c., sc, subcutan, unter die Haut, subq, SubQ
T 2
- Titration
- Das schrittweise Heranführen an die Zieldosis: niedrig starten und langsam steigern, damit sich der Körper anpassen kann und Nebenwirkungen kleiner bleiben.
- Auch genannt Eindosieren, Auftitrieren, Dosis-Steigerung, titration
- Totraum (Dead Space)
- Die kleine Menge Flüssigkeit, die in Nadel und Spritzenansatz zurückbleibt und nicht injiziert wird. Bei sehr kleinen Dosen kann das spürbar ins Gewicht fallen.
- Auch genannt Dead Space, Totvolumen, Restvolumen
V 1
- Vial
- Das kleine Glasfläschchen mit Gummistopfen, in dem das Peptid-Pulver geliefert wird. Man entnimmt durch den Stopfen, ohne ihn zu entfernen.
- Auch genannt Fläschchen, Glasfläschchen, Durchstechflasche, Vials