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Kisspeptin-10

Kisspeptin-10 (KP-10) ist ein kurzes Peptid aus zehn Aminosäuren, das als oberster molekularer Schalter der menschlichen Fortpflanzungshormone wirkt. Es stimuliert die Freisetzung von LH und FSH über den GnRH-Signalweg.

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Übliche Anwendung aus Studien

Wie dieses Peptid üblicherweise angewendet wird - beschrieben, nicht empfohlen.

Wie oft
einmalig
Darreichungsform
Injektion

In klinischen Studien wurde Kisspeptin-10 intravenös als einmaliger Bolus mit 0,1 bis 1,0 nmol pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Da diese Angabe auf das Körpergewicht bezogen ist, lässt sie sich ohne bekanntes Gewicht nicht in eine konkrete Spritzenmenge umrechnen. Eine zweite Studie gab den Wirkstoff über 12 Tage wiederholt subkutan (unter die Haut), die genaue Dosis ist jedoch nicht öffentlich dokumentiert. Für Kisspeptin-10 gibt es keine zugelassene Standarddosis außerhalb von Studien.

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Stand

Was ist Kisspeptin-10?

Kisspeptin-10 (KP-10) ist ein Peptid aus zehn Aminosäuren, also ein Decapeptid. Es steuert im Gehirn die Freisetzung von GnRH, einem Hormon, das die Fortpflanzung reguliert. Entstanden ist es durch die Spaltung eines größeren Vorläuferpeptids, dem Kisspeptin-54 (auch Metastin genannt), das vom KISS1-Gen kodiert wird. Wenn Kisspeptin-10 an den KISS1R-Rezeptor (GPR54) bindet, regt es den Körper an, die Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) auszuschütten [1][2].

Von allen natürlichen Kisspeptin-Varianten ist Kisspeptin-10 die kürzeste, behält aber die volle biologische Aktivität des Ursprungsmoleküls. In der experimentellen Peptidforschung setzt man gerne auf KP-10, weil es sich synthetisch deutlich einfacher herstellen lässt als das größere Kisspeptin-54. Allerdings ist Kisspeptin-10 weder in der EU noch in den USA als Fertigarzneimittel zugelassen [2].

Wie wird Kisspeptin-10 in der Forschung angewendet?

In wissenschaftlichen und klinischen Studien geben Forscher Kisspeptin-10 meist intravenös, also direkt in die Vene. Die Dosis liegt dann bei 0,1 bis 1,0 nmol pro Kilogramm Körpergewicht, entweder als einzelner Bolus oder als Infusion. Seltener wird es auch unter die Haut gespritzt (subkutan) [1][2]. Eine Untersuchung von Yeung et al. (2026) zeigte, dass auch eine wiederholte subkutane Injektion über 12 Tage bei gesunden Männern die Gonadotropin-Ausschüttung wirksam anregt [9].

Auf dem Peptid-Graumarkt wird Kisspeptin-10 meist als lyophilisiertes Trockenpulver in Glas-Vials angeboten. Anwender lösen das Pulver vor der Verabreichung mit sterilem, bakteriostatischem Wasser (BAC-Wasser) auf und spritzen es dann unter die Haut. Wichtig zu wissen: Für die eigenständige Anwendung außerhalb kontrollierter klinischer Studien gibt es keine behördlich geprüften Dosierungsschemata oder Sicherheitsnachweise.

Die biologische Halbwertszeit von Kisspeptin-10 ist nach intravenöser Gabe sehr kurz - sie beträgt nur wenige Minuten. Weil der Körper das Peptid so schnell abbaut, setzen klinische Studien vor allem auf kontinuierliche Infusionen oder eng getaktete Mehrfachinjektionen. Nur so lassen sich messbare und stabile Hormonspiegel erzeugen [2].

Wie werden Rekonstitution und Dosierung von Kisspeptin-10 berechnet?

Bei der Rekonstitution löst du das Peptidpulver in einer definierten Menge bakteriostatischen Wassers auf. So bestimmst du die Peptidkonzentration pro Milliliter. Die folgende Übersicht zeigt die Rechenwege und Mischverhältnisse, die in wissenschaftlichen Untersuchungen genutzt werden - rein informativ.

Wie funktioniert die Rekonstitution von Kisspeptin-10?

Das gefriergetrocknete Kisspeptin-10-Pulver wird vorsichtig mit sterilem BAC-Wasser rekonstituiert. Das gewählte Flüssigkeitsvolumen legt dabei die resultierende Konzentration pro Milliliter fest:

Vial-GrößeBAC-WasserKonzentration
1 mg1 mL1.000 µg/mL
1 mg2 mL500 µg/mL
3 mg3 mL1.000 µg/mL

Rechenbeispiel für die Dosierungsermittlung

Eine intravenöse Standarddosis in wissenschaftlichen Studien liegt bei etwa 0,3 nmol pro Kilogramm Körpergewicht [1]. So rechnest du die molare Dosis für eine Testperson mit 70 kg Körpergewicht aus:

  • 0,3 nmol/kg × 70 kg = 21 nmol Kisspeptin-10 Gesamtstoffmenge
  • Molmasse von Kisspeptin-10: ca. 1.302 g/mol
  • 21 nmol × 1.302 g/mol ≈ 27 µg Peptidmasse
  • Bei einer Konzentration von 1.000 µg/mL entspricht dies einem Injektionsvolumen von 27 µL, dosiert über eine präzise Mikrospritze

Bei subkutaner Injektion wurden in der Studie von Yeung et al. (2026) höhere Dosen verwendet, da die Bioverfügbarkeit unter der Haut im Vergleich zur intravenösen Gabe geringer ausfällt [9]. Die exakten Dosiswerte dieser Veröffentlichung sind unter der PubMed-ID PMID 42549827 einsehbar.

Hinweis: Diese Angaben dokumentieren experimentelle Studiendosen und sind keine Dosierungsempfehlung. Für die exakte Zubereitung und Volumenberechnung von Peptidlösungen steht der Injektions-Rechner bereit. Weiterführende Hinweise zur fachgerechten Rekonstitution und Aufbewahrung bieten die Anleitungen.

Wie ist der Wirkungsmechanismus von Kisspeptin-10?

Kisspeptin-10 bindet gezielt an den KISS1R-Rezeptor neuroendokriner Zellen im Hypothalamus. Dadurch stimuliert es die pulsatile Ausschüttung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH). GnRH wiederum veranlasst die Hypophyse, LH und FSH in die Blutbahn abzugeben [1][2].

Die KISS1/KISS1R-Signalachse gilt als biochemischer Hauptschalter für die reproduktive Reifung und Fruchtbarkeit. Ohne das KISS1/KISS1R-System kommt die Pubertät nicht in Gang, und Fruchtbarkeit ist nicht möglich. Das zeigt sich bei Patienten, die Mutationen im KISS1R-Gen tragen und an verzögerter oder ausbleibender Pubertät leiden [1].

Zusätzlich ist die Aktivität der Kisspeptin-Neuronen eng an den Energiestoffwechsel und die Energieverfügbarkeit gekoppelt. Bei starkem Kaloriendefizit oder Untergewicht registrieren die Neuronen den Energiemangel und drosseln die GnRH-Freisetzung. So werden reproduktive Prozesse zum Schutz des Organismus vorübergehend stillgelegt [3].

Welche Ergebnisse zeigen klinische Studien zu Kisspeptin-10?

Die Wirkung von Kisspeptin-10 und Kisspeptin-54 auf die Hormonsekretion und Eizellreifung wurde in mehreren klinischen Studien untersucht. Hier die zentralen Forschungsergebnisse im Überblick:

  • LH- und FSH-Stimulation: Eine einmalige intravenöse Gabe von Kisspeptin führt bei gesunden Männern und Frauen zu einem unmittelbaren Anstieg der Serumspiegel von LH und FSH [1][2].
  • Eizellreifung in der IVF: In Phase-2-Studien wurde Kisspeptin-54 bei Frauen mit hohem Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) erfolgreich eingesetzt, um die Eizellreifung auszulösen. Es gilt als potenziell sicherere Alternative zum üblichen hCG-Trigger [4][5][6].
  • Hypothalamische Amenorrhö: Subkutan verabreichtes Kisspeptin-54 reaktivierte bei funktioneller Amenorrhö die Gonadotropinausschüttung. Bei wiederholten Gaben zeigte sich allerdings eine Wirkungsabschwächung (Tachyphylaxie) [7][8].
  • Subkutane Mehrfachgabe von KP-10: Yeung et al. (2026) belegten, dass eine 12-tägige subkutane Verabreichung von Kisspeptin-10 bei gesunden Männern eine anhaltende Stimulation der Gonadotropine bewirkt [9].
  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Vorläufige Studiendaten deuten darauf hin, dass Kisspeptin bei PCOS-Patientinnen gonadotrope Reaktionen induzieren und den Eisprung unterstützen kann [10][11].

Welche Dosierungen von Kisspeptin wurden in Studien untersucht?

Klinische Studien nutzen je nach Forschungsziel unterschiedliche Peptidvarianten und Dosierungsprotokolle. Die folgende Tabelle fasst die in wissenschaftlichen Publikationen dokumentierten Schemata zusammen:

VarianteRouteDosisFrequenz/DauerStudienpopulation
KP-10intravenös0,1-1,0 nmol/kgEinzelbolusGesunde Probanden [1][2]
KP-10subkutannicht öffentlich dokumentiert*12 Tage wiederholtGesunde Männer [9]
KP-54intravenös0,4-1,6 nmol/kgEinzelbolusIVF-Patientinnen [4][5]
KP-54subkutan6,4 nmol/kg2× wöchentlich, 8 WochenHypothalamische Amenorrhö [8]

*Die exakten Dosierungsparameter der Studie von Yeung et al. sind der Primärpublikation zu entnehmen.

Diese Übersicht dient der wissenschaftlichen Dokumentation veröffentlichter Studiendaten und stellt keine Dosierungsanleitung dar. Außerhalb klinischer Prüfungen gibt es keine offiziell zugelassene Standarddosis für Kisspeptin-10.

Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Kisspeptin-10?

Kisspeptin-10 und Kisspeptin-54 erwiesen sich in kontrollierten Studien als überwiegend gut verträglich. Dennoch gibt es spezifische pharmakologische Risiken. Die dokumentierten Nebenwirkungen und Limitierungen umfassen:

  • Tachyphylaxie: Bei wiederholter Gabe kann die Wirkung nachlassen - der Körper reagiert immer weniger auf das Peptid. Das wurde insbesondere bei subkutaner Langzeitgabe von Kisspeptin-54 beobachtet [7].
  • Hormonelle Überstimulation: Da Kisspeptin die Freisetzung von LH und FSH anregt, kann eine zu hohe Dosis zu einer Überstimulation der Eierstöcke führen (OHSS-Risiko bei IVF-Patientinnen) [5].
  • Sehr kurze Halbwertszeit: Der rasche Abbau innerhalb weniger Minuten erfordert engmaschige Injektionen oder Dauerinfusionen für stabile Wirkspiegel [2].
  • Fehlende Langzeitdaten: Es gibt bisher keine Langzeitstudien zur Sicherheit wiederholter Kisspeptin-10-Gaben über Monate oder Jahre.

Welchen rechtlichen Status und Zulassungsstatus hat Kisspeptin-10?

Kisspeptin-10 besitzt weder in der Europäischen Union (EU) noch in den USA eine Arzneimittelzulassung. Es hat ausschließlich den Status eines experimentellen Forschungspräparats. Während Kisspeptin-54 in klinischen Phase-2-Studien für IVF erforscht wird, unterliegen online angebotene Kisspeptin-10-Präparate aus dem Graumarkt keiner pharmazeutischen Qualitätskontrolle. Wichtige Kriterien zur Beurteilung unseriöser Bezugsquellen erläutert der Leitfaden Schutz beim Bestellen.

Welche Forschungslücken bestehen bei Kisspeptin-10?

  • Fehlende Standarddosierung: Für Kisspeptin-10 existiert außerhalb wissenschaftlicher Studienprotokolle keine validierte Human-Dosierung.
  • Subkutane Pharmakokinetik: Kennzahlen zur subkutanen Bioverfügbarkeit und Wirkungsdauer sind im Vergleich zu intravenösen Daten nur lückenhaft untersucht.
  • Langzeitsicherheit: Belastbare Studien zur Toxizität, Rezeptorinteraktion und Verträglichkeit bei längerer Anwendungsdauer fehlen gänzlich.
  • Vergleich KP-10 vs. KP-54: Direkte Vergleichsstudien zur biologischen Wirkstärke und Stabilität der verschiedenen Kisspeptin-Isoformen sind rar.
  • Prävention von Tachyphylaxie: Verfahren zur Vermeidung der Rezeptordesensibilisierung bei dauerhafter Anwendung sind wissenschaftlich noch nicht gelöst.

Ein verwandtes Peptid aus dem Bereich der Fortpflanzungshormone ist Gonadorelin. Es ist ein synthetisches GnRH, das direkt am hypophysären GnRH-Rezeptor ansetzt und die Ausschüttung von LH und FSH anregt.

Evidenz im Überblick

Forschungsstand
Kisspeptin wird derzeit in klinischen Phase-2-Studien erforscht und hat noch keine Zulassung als Arzneimittel. Die meisten Studien am Menschen konzentrieren sich auf Kisspeptin-54, vor allem um die Eizellreifung bei der künstlichen Befruchtung auszulösen (IVF-Trigger), bei hypothalamischer Amenorrhö (ausbleibende Menstruation wegen fehlender Hormonsteuerung) und beim Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS). Die Variante Kisspeptin-10 wurde in einer aktuellen Studie gesunden Männern 12 Tage lang unter die Haut gespritzt (subkutan) [9].
Human-Evidenz
Kisspeptin (in den Formen KP-10 und KP-54) regt in Humanstudien bei gesunden Männern und Frauen zuverlässig die Freisetzung der Hormone LH und FSH an [1][2]. In Phase-2-Studien wurde Kisspeptin-54 als Auslöser für die Eizellreifung bei IVF-Patientinnen mit hohem Risiko für ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) getestet [4][5][6]. Bei Frauen mit hypothalamischer Amenorrhö (ausbleibender Menstruation) steigerte subkutan verabreichtes Kisspeptin-54 die Gonadotropin-Ausschüttung, wobei eine chronische Gabe zu einer nachlassenden Wirkung (Tachyphylaxie) führte [7][8]. Bei gesunden Männern wurde KP-10 speziell über 12 Tage subkutan geprüft [9]. Beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) zeigten sich gonadotrope Reaktionen sowie teilweise eine Wiederherstellung des Eisprungs [10][11].
Dosierungen in Studien & Praxis
Eine offizielle Kisspeptin-Dosierung oder eine validierte Standarddosis gibt es außerhalb klinischer Studien nicht. In Studien zu KP-10 wurden intravenöse Dosen von 0,1-1,0 nmol/kg KG als Einzelbolus [1][2] sowie eine subkutane KP-10-Gabe über 12 Tage bei gesunden Männern [9] untersucht (die genaue Dosis entnimmst du der Publikation). Für Kisspeptin-54 dokumentieren klinische Untersuchungen Dosierungen von IV 0,4-1,6 nmol/kg beim IVF-Trigger [4][5] sowie SC 6,4 nmol/kg 2× wöchentlich über 8 Wochen bei hypothalamischer Amenorrhö [8].
Risiken & Nebenwirkungen
In Studien zeigt das Peptid eine allgemein gute Verträglichkeit, hat aber auch spezifische Anwendungsrisiken. Bei wiederholter Gabe kann eine Tachyphylaxie auftreten - das heißt, die Wirkung lässt mit der Zeit nach [7]. Bei IVF-Patientinnen besteht das Risiko einer hormonellen Überstimulation (OHSS) [5]. Außerdem erschwert die sehr kurze Halbwertszeit von wenigen Minuten eine konstante Stimulation [2]. Langzeit-Sicherheitsdaten fehlen bislang vollständig.
Forschungslücken
Für das Peptid KP-10 gibt es keine zugelassene Dosis für den Menschen. Die subkutane Bioverfügbarkeit von KP-10 ist unzureichend erforscht. Außerdem fehlen kontrollierte Langzeitstudien über Monate oder Jahre. Die meisten klinischen Daten stammen von KP-54, nicht von KP-10, weil es keine direkten Vergleichsstudien gibt. Auch unklar ist, wie man eine Tachyphylaxie behandelt - also die schnelle Gewöhnung des Körpers an den Wirkstoff.

Redaktionell aus Primärquellen belegt - keine ärztliche Beratung.

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Quellen

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