Als mein Vial plötzlich zu früh leer war

Mein Tirzepatid-Vial war früher leer als berechnet. Die Ursache war ein winziger Fehler beim Anmischen - und ohne sauberes Protokoll wäre er nie aufgefallen.

Samuel: Als mein Vial plötzlich zu früh leer war
Samuel: Als mein Vial plötzlich zu früh leer war

Drei Dosen aus einem Vial (dem kleinen Fläschchen mit dem Pulver), dann war Schluss. Eigentlich hätte noch eine halbe Portion kommen müssen - mein Rechner sagte 36 Einheiten (also die kleinen Striche auf der Insulinspritze, mit denen ich abmesse, wie viel Lösung ich aufziehe), im Vial waren es real noch knapp 20. Ich stand in der Küche, Spritze in der Hand, und dachte: Habe ich einen Fehler gemacht?

Was war da los?

Die Antwort war banaler als befürchtet. Beim Anmischen - also wenn ich das Pulver im Vial mit dem Wasser auflöse - hatte ich offensichtlich zu wenig BAC-Wasser erwischt. BAC-Wasser ist spezielles, keimfreies Wasser, das ich genau für diesen Schritt brauche. Wahrscheinlich, weil ich die Markierung in der Spritze noch nicht sicher lesen konnte: Ist das der Rand vom Wasser oder der Rand vom Spritzenkopf? Das ist, als würde man eine Tasse Tee mit weniger Wasser aufgießen: Die Lösung wird dadurch viel stärker. Jede meiner Tirzepatid-Dosen (Tirzepatid ist ein Peptid-Medikament, das unter anderem zur Gewichtsabnahme und bei Diabetes eingesetzt wird; ich beziehe es über den Graumarkt und mische es deshalb zu Hause selbst aus Pulver und sterilem Wasser an) war unbemerkt etwas größer als geplant. Und deswegen war das Vial eben auch früher leer.

Die restlichen 20 Einheiten habe ich nach den üblichen sieben Tagen gespritzt. Wegwerfen war für mich keine echte Option. Aber ich wollte natürlich wissen: Was hatte ich eigentlich wirklich pro Spritze bekommen - und wie mache ich jetzt sauber weiter?

Warum mir das überhaupt aufgefallen ist

Und hier kommt der Punkt, der mir wichtig ist: Dass ich den Unterschied zwischen erwartet und real überhaupt bemerkt habe, lag nicht an einem guten Bauchgefühl. Es lag daran, dass ich im Injektions-Manager sauber mitschreibe - was, wann und wie viel ich mir gespritzt habe. Ohne dieses Nachhalten hätte ich den Abgleich nie hinbekommen.

Der Manager ist für mich der erste Schritt: protokollieren, was passiert. Und wenn dann - wie bei mir - etwas nicht aufgeht, kommt der zweite Schritt dazu: der Dosis-Rückrechner. Er rechnet aus der ursprünglichen Wirkstoffmenge und dem, was übrig blieb, ganz genau zurück, was in jeder einzelnen Dosis wirklich drin war. Bei mir kam heraus: meine Dosen waren real etwas höher als gedacht. Kein Drama - aber genau der Unterschied, den man wissen möchte, wenn man sein Protokoll ernst nimmt.

Was ich daraus gelernt habe

  • Protokollieren ist nicht optional. Ohne sauberes Mitschreiben hätte ich den Fehler nie bemerkt.
  • Beim Anmischen lohnt es sich, genau hinzusehen. Wo endet das BAC-Wasser (das sterile Wasser zum Auflösen des Pulvers), wo beginnt die Luft? Ein paar Einheiten machen einen echten Unterschied.
  • Ein zu früh leeres Vial ist kein Grund zur Panik. Wer mitgeschrieben hat, kann alles zurückrechnen.

Ich teile das, weil genau solche kleinen Pannen einen sonst Stunden oder Tage Unsicherheit kosten. Und weil ich weiß, wie schnell man anfängt, an sich zu zweifeln. Wenn du Ähnliches erlebt hast, meld dich gerne über Kontakt oder melde deine Erfahrung.

Das ist keine medizinische Beratung und keine Empfehlung, irgendetwas so zu machen wie ich. Es ist einfach meine Geschichte - wie ich sie erlebt habe.

- Samuel

Keine medizinische Beratung.

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